Nach Agera, Regera nun also der Gemera. Es ist beeindruckend, was sich Christian von Koenigsegg und sein Team in Schweden immer wieder aus dem Ärmel schütteln. Der sogenannte „Mega-GT“ ist der erste Koenigsegg mit vier Sitzen – vermeintlich der perfekte Begleiter für eine entspannte Familien-Ausfahrt. Auch ein Kofferraum mit fast 200 Liter Fassungsvermögen deutet eher auf einen Mini-Van als auf einen Supersportler hin.

Wäre da nicht der 1700 PS starke Hybrid-Motor, welcher das Fahrzeug in der Spitze auf bis zu 400 km/h katapultiert und von null auf hundert in 1,9 Sekunden beschleunigt. Stramme Werte für ein Fahrzeug mit vier Sitzen, da kann es die Kids auf der Rückbank schon mal in den Sitz drücken.

Seit 17 Jahren spukt Christian von Koenigsegg schon die Idee vom praktischen Hypercar im Kopf rum. Lange suchte er den Weg, einen ausgeprägten Praxisnutzen mit der unfassbaren Kraft eines Koenigsegg zu kombinieren. Was mit ausgeprägtem Praxisnutzen gemeint ist, wird bei Betrachtung der Annehmlichkeiten des Fahrzeugs deutlich: Drei-Zonen-Klimaautomatik, zwei große Entertainment-Touchscreens für die vorderen wie hinteren Sitze, WLAN-Hotspot und Apple CarPlay. Was auf den ersten Blick eigenartig anmutet, sind die acht Becherhalter für vier Fahrgäste. Auf den zweiten Blick machen diese jedoch Sinn, so kann man nämlich einen warmen Kaffee, als auch eine kühle Coke gleichzeitig genießen.

Auch das Design ist wegweisend, jedoch ohne die Vergangenheit und die Werte von Koenigsegg zu verraten, erinnert das moderne bis futuristische Design an den ersten Koenigsegg, den CC Prototypen von 1996. Auch das bekannte Glasdach von den CC- und Agera-Modellen findet sich im Gemera wieder. Dennoch geht Koenigsegg beim Gemera auch neue Wege, verzichtete beispielsweise auf die klassischen Außenspiegel. Stattdessen übertragen Kameras an den Seitentüren die Sicht nach hinten ins Cockpit. Eine Premiere für Koenigsegg, die das Modell sehr schlank und aerodynamisch wirken lässt.

Festgehalten hat die schwedische Manufaktur jedoch an dem bereits bekannten mittig positionierten Scheibenwischer sowie der abgerundeten Windschutzscheibe.

Neu ist ebenso der „TFG“ genannte Dreizylinder-Benziner, welcher von insgesamt drei Elektromotoren jeweils an jedem Hinterrad sowie einem direkt an der Kurbelwelle unterstützt wird. Der „Tiny Friendly Giant“ soll für 600 PS verantwortlich sein – bei gerade einmal 70 Kilogramm Gewicht und mit einer Größe, die in einen Handgepäckskoffer passen soll. Zusammen mit dem außerordentlichen Hybrid-Antrieb, kommt das patentierte Koenigsegg Direct Drive. Was das bedeutet? Koenigsegg verwendet ein Eingang-Getriebe. Was das wiederum bedeutet? Der Gemera soll seine Höchstgeschwindigkeit von 400 km/h in nur einem (!) Gang erreichen. Das rummst!

Auf der anderen Seite soll der Mega-GT bei normalen Geschwindigkeiten eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern erzielen. Ein Fahrzeug für absolut jede Gelegenheit. Mit 300 Stück streng limitiert, aber das ist bei den Modellen der Schweden ja nichts neues.

Da bleibt dem solventen Käufer, der eventuell leer ausgeht nur eins zu sagen: Christian, ge mera!